Wie lernt man am effektivsten

Studenten lernen am Tisch

Es gibt verschiedene Methoden, einen Stoff zu lernen, zu studieren, und diese Methoden sind unterschiedlich effektiv für den Lernprozess. Manche Arten des Lernens dienen eher zur Auffrischung und haben daher eine geringe Bewertung für das Verinnerlichen des Lernstoffs, andere Methoden sind lang erprobt und erzielen die beste Wirkung in relativ kurzer Zeit. Allerdings ist jeder Mensch grundlegend anders, deshalb sollte jeder für sich selbst heraus finden, welche Lernmethode individuell am effektivsten ist. 

Verschiedene Lernmethoden

Elaborative Interrogation

Die sogenannte Elaborative Interrogation bedeutet sinngemäß “Erweiterte Befragung”, also eine Art Verhör. Dabei geht es darum, die gegebenen Fakten zu hinterfragen und sich darauf zu konzentrieren, warum diese Fakten richtig sind. Man richtet den Fokus also auf das Warum und nicht auf das Was. 

Dazu nimmt man die vorhandenen Fakten hervor und fragt, warum ist x=y. Dies zwingt das Gehirn dazu, sich auf einer höheren Ebene mit dem Thema zu befassen, denn man kann die Frage nach dem Warum nur beantworten, wenn man den Stoff verstanden hat. 

Diese Lernmethode ist ziemlich effektiv und hat eine hohe Bewertung. Sie setzt allerdings vorhergehendes Wissen voraus und eignet sich eher für ältere Studenten.

Selbsterläuterung

Bei dieser Methode konzentriert man sich auf die Problemlösung. Beim Durchgehen des Stoffs fragt sich der Lernende, wie er das Problem anfasst, welchen Weg er zur Problemlösung einschlägt, und warum er diesen Weg wählt. Obwohl diese Methode sehr zeitaufwändig ist, eignet sie sich sehr gut für Lernende im Kindergarten- und Grundschulalter. 

Zusammenfassen

Eine altbewährte Methode, die gern zum Testen des Stoffes angewandt wird. Sie wirkt am besten, wenn man sich beim Lesen Notizen für die Zusammenfassung macht. Diese Lernmethode ist mittelmäßig effektiv und eignet sich hauptsächlich für reproduktive Information und nicht für Lernstoff, bei dem Information durch dem Schüler erstellt wird. Für geübte Studenten ist die Zusammenfassung sehr produktiv, es gibt aber viele Menschen, die keine guten Ergebnisse damit erzielen.

Unterstreichen

Auch diese Lernmethode ist sehr verbreitet, allerdings hat sie eine geringe Bewertung für Effektivität. Dabei werden wichtige Fakten in einem Text beim Lesen unterstrichen oder markiert. Die Methode erzielt deshalb keine guten Ergebnisse, weil für das Unterstreichen eines Schlagwortes oder einer Textpassage kein Denkprozess notwenig ist, vielmehr ist es ein mechanischer Weg, der im Gehirn automatisiert wird. Man lernt grundsätzlich am effektivsten, wenn man sich gedanklich mit dem Lernstoff auseinander setzt, um tiefes Verstehen zu erreichen. 

Eselsbrücke

Die alt bekannte Eselsbrücke erschafft Links zwischen den Fakten und den damit verbundenen Assoziationen. Diese Assoziationen können der Klang des Wortes sein, oder eine Erinnerung, die man mit dem Thema verbindet. Die Eselsbrücke ist sehr nützlich für das Kurzzeitgedächtnis, also wenn man bestimmte Dinge nur für kurze Zeit speichern möchte, aber langfristig hat sie eine geringe Bewertung. Da ein Schlagwort für die Verlinkung und die Assoziation so wichtig für die Eselsbrücke ist, ruht ihre Effektivität darauf, dass die Schlagworte leicht zu erinnern sind. Geht man dabei in tiefere und kompliziertere Fakten, ist diese Methode nicht nur von geringem Wert, sie kann sich sogar auf lange Sicht negativ auf das Lernverhalten auswirken.

Lernen mit Bildern

Für manche Personen funktioniert die Assoziation mit Bildern relativ gut, allerdings zeigt sich diese Methode eher effektiv für kurze und einfache Information. Längere Textpassagen lassen sich weniger wirkungsvoll mit einem Bild assoziieren. Auch scheint diese Methode besser zu funktionieren, wenn man die Information hört, aber nicht selbst liest. Insgesamt hat das Lernen mit Bildern eine geringe Bewertung.

Wiederholtes Lesen

Obwohl die Effektivität dieser Lernmethode als gering eingeschätzt wird, finden manche Personen es effektiver, einen Text zweimal, und beim zweiten Mal langsamer zu lesen, als ihn nach einmaligem Lesen zusammenzufassen. Es hat sich als besser erwiesen, beim zweiten Mal mehr Zeit aufzubringen, als den Text drei oder viermal schnell zu lesen.

Übungstest

Tests werden oft als notwendiges Übel betrachtet, denn sie bewerten das Ergebnis. Wer schlecht abschneidet, ist durchgefallen, und dieses Konzept finden einige Menschen nachteilig. Oftmals ist es aber gerade ein Test, der zum Lernen motiviert. Deshalb ist ein Übungstest eine sehr effektive Lernmethode, denn es gibt dem Studierenden das Ziel, eine Prüfung zu bestehen, auch wenn es nur eine Übung ist. Besonders wirksam ist ein Übungstest, wenn der Lernende die Fragen selbst erstellt.

Verteiltes Lernen

Die meisten Menschen neigen dazu, kurz vor einer Prüfung intensiv und am Stück zu lernen. Es hat sich aber gezeigt, dass man Informationen am besten speichert, wenn man in kleineren Teilen über einen längeren Zeitraum lernt. Die Faustregel ist, etwa 10-20% des Zeitraumes für Lernen zu verwenden, den man die Information speichern möchte. Will man also einen Lernstoff für ein Jahr lang gut behalten, sollte das Lernen über einen Zeitraum von einem Monat verteilt werden. Braucht man den Stoff nur für eine Woche, verteilt man das Lernen über 12-24 Stunden.

Am besten bewährt hat sich eine Kombination aus verteiltem Lernen und Übungstests.

Überlappendes Lernen

Die Theorie hinter dieser Lernmethode ist, mehrere verschiedene Fächer oder Themen parallel zueinander zu studieren, und diese jeweils nur mit halber Intensität. Anstatt sich also in ein einziges Fach intensiv zu stürzen, nimmt man sich dieses nur etwa eine halbe Stunde lang vor und wechselt dann zu etwas Anderem. Diese Methode soll für langfristiges Wissen gute Ergebnisse erzielen.