Lächeln

Stimmt es, dass beim Lächeln weniger Muskeln gebraucht werden als bei Stirnrunzeln? Es heißt, beim Stirnrunzeln oder finster gucken werden 43 Gesichtsmuskeln gebraucht, während beim Lächeln lediglich 17 in Aktion treten. Demzufolge ist Lächeln also leichter. Doch stimmt dies überhaupt?

 

Es lässt sich nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit festlegen, wieviele Muskeln der individuelle Gesichtsausdruck benutzt, denn nicht nur gibt es unzählige verschiedene Formen des Lächelns bzw. des Stirnrunzelns; auch nehmen bestimmte Muskeln nur in geringer Form daran teil. Aber vergleichen wir einmal die Gesichtsmuskeln eines "echten" Lächelns mit denen beim typischen Stirnrunzeln.

Gesichtsmuskeln beim Lächeln

Zygomaticus (Jochbein): Diese insgesamt vier Muskeln ziehen die Mundwinkel nach oben. Es gibt jeweils zwei auf jeder Gesichtsseite.

Orbicularis oculi: Diese Muskeln liegen um die Augen und sorgen für die typischen Lachfältchen. Von ihnen gibt es zwei Muskeln.

Levator labii superioris: Diese ziehen Lippe und Nasenflügel nach oben. Von ihnen gibt es zwei.

Levator anguli oris: Diese Muskeln unterstützen ebenfalls die Lage des Mundwinkels. Es gibt zwei Muskeln.

Risorius: Diese ziehen die Mundwinkel zur Seite. Es gibt zwei davon.

Insgesamt werden also 12 Gesichtsmuskeln für ein Lächeln verwendet.

Gesichtsmuskeln beim Stirnrunzeln

Orbicularis oculi: Der gleiche Muskel, der um die Augen für Lachfältchen sorgt, tritt beim Stirnrunzeln in Aktion. Es gibt zwei Muskeln.

Platysma: Dieser zieht die Lippen nach unten und bildet Falten in der unteren Gesichtshälfte. Es gibt zwei Muskeln, die in der Mitte miteinander verbunden sind.

Corrugator supercilii: Beidseitiger Muskel, der zur Bildung der Stirnfalte beiträgt. Es gibt zwei Muskeln.

Corrugator procerus: Dieser ist ebenfalls an der Stirnfalte beteiligt. Hiervon gibt es nur einen.

Orbicularis oris: Dieser Muskel liegt um den Mund herum und presst die Lippen aufeinander. Er ist unilateral, also es gibt nur einen Muskel.

Mentalis: Er drückt die Unterlippe herunter. Dieser ist ebenfalls unilateral.

Depressor anguli oris: Dieser zieht die Mundwinkel nach unten. Es gibt einen auf jeder Seite.

Insgesamt werden beim Stirnrunzeln 11 Gesichtsmuskeln gebraucht.

Tatsächlich wird also ein Muskeln mehr für ein Lächeln gebraucht als für ein böses Gesicht. Trotzdem scheint Lächeln weniger anstrengend zu sein, denn die meisten Menschen lächeln häufiger als dass sie die Stirnrunzeln, die Muskeln sind also besser trainiert. Allerdings gilt dies für ein echtes Lächeln. Ein künstlich aufgesetztes Lächeln erfordert weit mehr Gesichtsmuskeln und macht damit mehr Mühe.

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