
Sinnvolles Zeitmanagement ist nur durch das Setzen von Prioritäten im täglichen Terminplan möglich. Seine Zeit so einzuteilen, das man nie irgendwo zu spät erscheint, kann man lernen, üben und zu seiner täglichen Routine machen. Folgt man seiner Zeiteinteilung genau, wird es ganz natürlich, pünktlich zu sein.
Für viele Menschen scheint es unmöglich, nicht zu spät zu kommen, und das nicht, weil sie Zeitmangel haben, sondern, weil sie ihre zur Verfügung stehende Zeit schlecht managen. Regelmäßig zu spät kommende Menschen lernen, damit umzugehen und die Konsequenzen zu tragen, denn das Gehirn passt sich leicht an sich wiederholende Ereignisse an, wehrt sich aber vehement gegen Veränderungen. Das Zeitmanagement und die Verhaltensgewohnheiten dahingehend zu verändern, benötigt Mühe und Energie.
Die Gesellschaft ist in drei Verhaltensgruppen unterteilt: Eine Gruppe besteht aus den Überpünktlichen, die so rechtzeitig von zu Hause losfahren, um eventuellen, fiktiven Vorkommnissen auf dem Weg vorzubeugen, dass sie nicht selten Stunden zu früh erscheinen Die zweite Gruppe sind die Pünktlichen, die es gelernt haben, ihre Zeit optimal einzuteilen und zu 99% pünktlich sind. Da in den meisten Fällen keine Zwischenfälle aus dem Weg zu ihrem Ziel vorkommen, schaffen sie es, fast immer genau rechtzeitig zu erscheinen und sind nur in den seltenen Fällen zu spät, in denen tatsächlich etwas Unvorhergesehenes passiert. Schließlich gibt es noch die ewigen Zuspätkommer, die einfach immer und überall 15 bis 30 Minuten zu spät sind. Sie haben es gelernt, damit umzugehen und sind so gelassen mit ihrem späten Erscheinen, dass sie gewöhnlich auch einfach damit durchkommen. So wundert sich derjenige, der jeden Morgen in Eile das Haus verlässt und den ganzen Weg zum Büro rennt, warum der Kollege konsequent 15 Minuten später erst an zu arbeiten fängt und niemand sich darum zu kümmern scheint.
Wer seine Zeit schlecht einteilt, findet sich jedoch trotzdem häufig in Schwierigkeiten, da er wichtigen Aufgaben tagtäglich hinausschiebt, bis sie überfällig sind.
Nun geht es nicht nur darum, dass schlechtes Zeitmanagement kurzfristig Probleme bereitet, sondern vielmehr um die Tatsache, dass dies ansteckend sein kann. Das menschliche Gehirn nimmt hervorragend Informationen auf und lernt dadurch leider nicht nur gute Eigenschaften, sondern übernimmt auch schlechte Angewohnheiten von anderen, wenn diese ein positives Ergebnis daraus bekommen. Die Kollegen im Büro, die sich im Stillen ärgern, dass ein Mitarbeiter pro Woche aufgrund seines Zuspätkommens ungeahndet eine geschlagene Stunde weniger arbeitet als sie, werden sich in Zukunft bemühen, ebenfalls diese Extrazeit zu bekommen. Plötzlich kommen fast alle Mitarbeiter zu spät und die Produktion leidet.
Das Gehirn gewöhnt sich so leicht an Gewohnheiten, dass man schließlich gar nicht mehr darüber nachdenkt, welchen schlechten Einfluss das eigene Verhalten auf andere ausübt. Stattdessen ist es grundsätzlich die Schuld von anderen oder "Höhere Gewalt", die das Zuspätkommen verursachen.
Schlechte Zeiteinteilung ist oft ein Problem der Prioritätensetzung. Dinge, die wirklich wichtig sind, müssen an die oberste Stelle der To-Do-Liste, so dass sie zuerst erledigt werden können. Aufgaben, die noch einige Tage Zeitraum erlauben, müssen solange hintenanstehen, bis ihre Dringlichkeit sich erhöht und sie oberste Priorität erlangen.
Wer sein Zeitmanagement verbessern will, um die Zeit optimal auf Familie, Arbeit und Freizeit zu verwenden, sollte sich selbst folgende Fragen stellen:
1) Was mache ich mit meiner Zeit? Diese Frage hilft dabei, die eigene Zeiteinteilung zu beurteilen. Gehört man zu der Gruppe, die grundsätzlich Aufgaben verschiebt und dann irgendwann keine Zeit mehr hat, die angehäuften Aufgaben zu erledigen oder sind unsere Tage tatsächlich so mit eiligen Aufgaben erfüllt und man setzt Prioritäten falsch.
2) Warum verbringe ich meine Zeit so? Diese Frage hilft beim Selbstverständnis und der Bewertung des eigenen Typs. Man kann so herausfinden, ob man mit seinem Lebenswandel zufrieden ist oder man Opfer einer fehlgeleiteten Zeiteinteilung ist, die bisher noch nicht in Frage gestellt wurde.
3) Wie kann ich dieser Kettenreaktion entkommen und besser meine Zeit einteilen lernen? Diese wichtige Frage löst den Beginn der Problemlösung aus. Das Gehirn beginnt nach Antworten zu suchen und man wird dadurch automatisch besser organisiert. Das Gehirn lernt, Zeit sinnvoll einzuteilen und Prioritäten zu setzen, was zu stressfreierem und erfüllenderem Lebensstil führt.

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