im Wissen schwimmen, triefend clever herauskommen

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Leben nach dem Tod

Ein Engel

Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Wir alle wissen, dass wir irgendwann sterben werden. Der Gedanke drängt sich auf, was danach passiert, wenn es uns nicht mehr gibt. Gibt es eine Form von Leben nach dem Tod oder ist mit dem Tod alles vorbei?

Täglich sterben etwa 150000 Menschen pro Tag, also 2 Menschen pro Sekunde. Für 150000 Menschen ist heute der letzte Tag ihres Lebens. Du könntest einer von ihnen sein. Wie nutzt du deinen letzten Tag und was denkst du über die Möglichkeit von Leben nach dem Tod?

Beginnen wir unsere Analyse von einer anderen Seite, nämlich mit dem was wir schon wissen. Was wissen wir, passiert nicht nach dem Tod?

Wir können nichts Materielles mit uns nehmen. Unsere irdischen Güter bleiben auf der Erde und verschwinden nicht mit uns.

Unsere Körper bleiben ebenfalls hier. Alle unsere Organe, Haut, Gehirn usw. hören auf zu arbeiten und verwesen mit der Zeit, aber sie bleiben auf der Erde.

Wissen und Können, das wir uns in unserem Leben angeeignet haben, zumindest sofern es sich auf den physischen Bereich bezieht, sterben mit uns. Sollte es ein Leben nach dem Tod geben, sind diese uns sehr wahrscheinlich nicht von Nutzen.

Alles Materielle und Physische sowie körperliche Fähigkeiten bleiben entweder zurück oder sterben mit uns und verschwinden dadurch. Das heißt, wenn etwas in ein anderes Leben übergeht, ist es etwas Nicht-physisches, Nicht-Materielles. Wir bezeichnen es als Seele, Geist, Bewusstsein etc. Der Einfachheit halber nenne ich es hier Seele.

Wenn ein Mensch stirbt, geht entweder seine Seele in ein anderes Leben über, während alles Physische und Materielle zurückbleibt, oder seine Seele, sein Bewusstsein wird mit seinem Körper ausgelöscht und verschwindet für immer.

Man kann verschiedene Variationen dieser zwei Möglichkeiten stricken, wie zum Beispiel Wiedergeburt, aber im Wesentlichen läuft alles darauf hinaus, dass unsere Seele in irgendeiner Form weiterlebt, ...oder nicht.

Welche dieser Möglichkeiten ist deiner Meinung nach glaubwürdiger?

Erfahrungen von Menschen, die dem Tode nahe waren aber überlebt haben oder Menschen, die angeben mit Leuten aus dem Jenseits zu kommunizieren deuten auf die Möglichkeit eines Weiterlebens nach dem Tod hin. Doch es gibt keine Beweise dafür. Es gibt nur das, was diese Menschen erzählen und selbst glauben.

Das bringt mich zu der Frage: Können wir diese Frage eigentlich überhaupt objektiv betrachten? Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir Beweise für die Version finden, die wir glauben wollen? Alle Religionen basieren schließlich einzig und allein auf Glauben, es gibt keine Beweise für das, was uns gelehrt wird. Die religiösen unter uns sind offenbar willig zu glauben, glauben also, was ihr Gewissen beruhigt und sie sicher fühlen lässt. Die weniger religiösen sind ein wenig skeptischer, das heißt aber nicht unbedingt weniger empfänglich für den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Es ist für viele eine Hoffnung, an die sie sich ihr Leben lang klammern, dass alles, was sie tun auch nach ihrem Tod von Bedeutung sein wird.

Der Glaube an eine der beiden Versionen beeinflusst sicherlich, wie wir unser Leben führen. Wenn du glaubst, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, in dem du eventuell für deine irdischen taten verantwortlich gemacht wirst, wirst du wohl eher versuchen, „Gutes“ zu tun, als wenn du denkst, dass es nach deinem Tod nichts mehr geben wird. Dann ist es ja sowieso egal, also lebst du dein Leben so, wie es am Besten für dich und ganz allein für dich ist.

Die Tatsache, dass wie nur eine von beiden Möglichkeiten vermuten können, aber nicht wissen, was nach unserem Tod passiert, kann zu einem Dilemma werden.

Unsicherheit ist keine optimale Basis für lebenslange Entscheidungen. Es ist besser, sich für eine der beiden Möglichkeiten zu entscheiden, auch wenn es sich als die falsche erweisen sollte. Wenn wir an eine der beiden Optionen glauben, können wir wenigstens unsere Handlungen vor uns selbst rechtfertigen und sagen, das wir intelligent leben. Dieser Gedankengang hat mich überzeugt, dass ich mich definitiv für den Glauben an eine der beiden Optionen entscheiden muss, um mein Leben in eine bestimmte Richtung zu steuern und mich frei zu fühlen.

Da man sich auf Beweise nicht stützen kann, wie oben erklärt, muss man sich einen anderen Weg suchen, Gewissheit zu erlangen.

Betrachte die Situation mal von der anderen Seite, nämlich aus der Perspektive des Verblichenen. In der Version, wo der Mensch mit seiner Seele nach dem Tod für immer zu existieren aufhört, gibt es keine großartige Perspektive. Der Verstorbene ist für immer verschwunden.

Gäbe es aber ein Leben nach dem Tod, spalten sich die Möglichkeiten in zwei wesentliche Richtungen:

Die Seele des Verstorbenen existiert weiter in irgendeiner Form, ist aber vollkommen handlungsunfähig. Es ist eine Existenz des Seins, nicht des aktiven Handelns. Es klingt plausibel, dass die Seele in der Form weiterexistiert, die sie zum Zeitpunkt des Todes hatte. Es wäre also eine Art Weiterleben nach dem Tod, ohne eine Weiterentwicklung des Seins.

Oder aber die Seele nimmt eine Gestalt an, vielleicht durch einen neuen Körper (Wiedergeburt), in der sie weiterhin zu aktiven und bewussten Taten fähig ist. In diesem Fall wäre der Verstorbene auch nach dem Tod in der Lage, sich weiter zu entwickeln und aus den Fehlern, die er im vorherigen Leben begangen hat, zu lernen. Man könnte sogar soweit gehen zu schlussfolgern, dass die Evolution des Menschen ein Resultat der kontinuierlichen Reinkarnationen ist, dass vielleicht jeder Mensch in einer anderen Form vorher schon einmal gelebt hat und in seinem späteren Leben auf die vorher gewonnenen Erfahrungen aufbaut.

Im ersten Fall, in der keine Weiterentwicklung möglich wäre, macht es Sinn, nach dem Motto „Nutze den Tag“ (Carpe diem) zu leben und sein Bewusstsein während des physischen Lebens so weit wie möglich zu entwickeln.

Im zweiten Fall würde es Sinn machen, Prioritäten für die Entwicklung der Seele zu setzen. In welche Richtung möchte man als Toter sein Bewusstsein weiterentwickeln, aus welchen Fehlern hat man bis zum Zeitpunkt des Todes gelernt, so dass man sie im nächsten Leben nicht wieder begeht?

Das Resultat: Als Fazit kann man sagen, dass die Option des vollständigen Verschwindens von Körper und Seele nach dem Tod keine Richtlinie bietet darüber, wie man leben sollte. Da mit dem Tod alles zu existieren aufhört, spielt es also keine Rolle, was man zu seinen Lebzeiten macht, und wie weit man es bringt. Die Möglichkeit des Weiterlebens nach dem Tod bietet mehr: Man kann sich überlegen, auf welche Eigenschaften man wert legt, die man nach dem Tod entweder für die Ewigkeit behält oder sogar noch weiterführen kann.

Man kann versuchen aus seinen Fehlern zu lernen, oder seinen Mitmenschen gegenüber Respekt zu zeigen, falls man sich in einer Form von Himmel oder Hölle für seine irdischen Taten verantworten muss. Richtet man sein Leben danach, sein Bewusstsein weiterzuentwickeln, schlägt man automatisch den Pfad der Nächstenliebe ein. Die beiden Pfade sind unweigerlich miteinander verbunden, stehen in perfekter Harmonie zueinander.

Jemand der zum Beispiel für einen wohltätigen Zweck spendet, erreicht damit zweierlei. Er hilft jemandem, der hilfebedürftig ist, hilft aber auch sich selbst, da er sich geistig weiterentwickelt und sich gut dabei fühlt, dass er jemandem geholfen hat.

Es kommt also bei der Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod? einzig auf deine Entscheidung an. Du hast selbst die Möglichkeit zu entscheiden, welche Option du glauben und danach leben willst. Eine Antwort gibt es darauf nicht. Die Seele ist auf einer Ebene, die sich nicht wissenschaftlich erforschen lässt.

Für mich persönlich habe ich mich für ein Leben nach dem Tod entschieden. Die Aussicht darauf, dass mit dem Tod alles vorbei sein soll, ist für mich nicht sehr verlockend bzw scheint mir in einem Natursystem, wo alles ungeheuer komplex und sinnvoll ist, nicht logisch. Ich versuche daher danach zu leben, meine Seele während des Lebens zu entwickeln und anderen Erdbewohnern, egal ob Mensch oder Tier, Gutes zu tun, sofern es in meiner Macht steht, denn dadurch tue ich auch mir selbst etwas Gutes. Ich brauche dabei nicht unbedingt aktiv für andere zu kämpfen. Es sind die kleinen alltäglichen Dinge, bei denen ich versuche, einfach auf andere Rücksicht zu nehmen und mich in deren Lage zu versetzen. Mein Motto ist: Tue einem anderen nichts an, was du selbst nicht möchtest, dass man dir antut.

 
 
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