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Erdbeere mit Schokolade
Wie auch bei anderen Fragen, die unsere Entwicklung angeht, streiten sich die Menschen auch bei der Frage, wie sich der Geschmack entwickelt darüber, ob er angeboren, oder antrainiert ist.

Es gibt genug Beispiele von Menschen, die ihr Leben lang eine Geschmacksrichtung, z.B. Süßes, oder Salziges, bevorzugen und es lassen sich ebenso viele Menschen finden, die bestätigen werden, dass sich ihr Geschmack über die Jahre verändert hat.

Fest steht aber, dass gewisse Essgewohnheiten schon im Mutterleib an das Baby weiter gegeben werden, ganz besonders aber in der Stillzeit, da das Baby die Kost über die Muttermilch „mitschmeckt“.  Diese nimmt verschiedene Geschmacksstoffe an, die das Baby sich daran gewöhnen lässt.  Je häufiger die Mutter gewisse Lebensmittel zu sich nimmt, bzw. Geschmacksrichtungen bevorzugt, desto mehr wird sich das Kind von Anfang an daran gewöhnen können

Zwar ist dies noch keine Garantie dafür, dass das Kind später alle Speisen gleich akzeptieren wird, dennoch ist nachgewiesen worden, dass die Kinder so an Geschmacksrichtungen gewöhnt werden können und das ihnen angebotene Essen leichter annehmen werden.

Dies gilt besonders für spezielle kulturell bedingte Essgewohnheiten, wie z.B. sehr scharfes Essen, oder auch für Europäer sehr untypische Speisen, wie Insekten oder Würmer, die in einigen Kulturen als Delikatessen gelten.

Die Gewöhnung geschieht also außer über den Geschmack auch über die Erfahrung in der Gemeinschaft, denn das Zugehörigkeitsgefühl entsteht ebenfalls über die kulinarischen Traditionen, die alle eine Frage der frühen Gewöhnung sind.

Würde man einem europäischen Kind gewisse Speisen unvorbereitet anbieten, wäre dessen Reaktion wahrscheinlich Ablehnung, oder ein sofortiges Ausspucken.  Kinder in Indien oder Indonesien jedoch, stören sich weder an der Schärfe noch dem Geschmack von starken Gewürzen, wie Chili und Curry.  In Indonesien werden z.B. salzige, scharfe Gewürzkugeln wie Süßigkeiten gegessen, um nur ein konkretes Beispiel zu nennen.


Die eigenen Vorlieben prägen und verändern

Trotzdem verhält sich der Geschmackssinn, wie alle Sinne, nicht nach starren Regeln.  Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang eine Abneigung gegen ein bestimmtes Lebensmittel nicht mehr ablegen.  Diese Abneigung muss nicht unbedingt durch ein negatives Erlebnis augelöst worden sein, dies ist aber in vielen Fällen Auslöser dafür.

Hat man z.B. so viel einer Speise zu sich genommen, dass einem schlecht geworden ist, oder man sogar erbrochen hat, so kann das Gehirn diese negative Reaktion speichern und über lange Zeit beim erneuten Kontakt mit diesem Lebensmittel eine sofortige Abneigung auslösen.

Dieser Mechanismus stammt aus der Urzeit, als der Mensch lernen musste, dass gewisse Dinge ungenießbar sind und gemieden werden sollten.  Hatte man diese Erfahrung beim Verzehr gemacht, so war man vor der Wiederholung desselben Fehlers automatisch geschützt.

Auch Kinder scheinen häufig Dinge abzulehnen, die ihnen nicht gut tun würden, die sie aber zu einem späteren Zeitpunkt als Erwachsene mögen werden.  Dies gilt z.B. für alkoholische Getränke, oder oft auch für Speisen, die ihr Verdauungsapparat noch nicht verträgt, wie z.B. Zwiebeln und Knoblauch, die stark blähend wirken, ebenso Hülsenfrüchte.  Es wird angenommen, dass es sich dabei ebenfalls um eine Schutzfunktion des Körpers handelt.

Stark salzhaltiges Essen ist für Babys ungesund, da ihre Nieren noch nicht genügend entwickelt sind, um mit dem Salz fertig zu werden.  Sehr salzige Speisen werden von Babys oft einfach wieder ausgespuckt, süß schmeckende Speisen nehmen sie dagegen meist gerne an, denn sie erinnern an die Muttermilch, die auch leicht süß schmeckt.

Deshalb kann man verschiedene, zunächst abgelehnte Speisen, ruhig hin und wieder erneut anbieten, um zu testen, ob der Sprössling nun auf den Geschmack gekommen ist.
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