Fünf Vorteile in lesbischen Familien

Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder selbstbewusste Menschen werden, die mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen wissen. Das Bild der idealen Familie besteht in den Köpfen der Gesellschaft aus Vater, Mutter und Kindern. Doch gleichgeschlechtliche Eltern können ihren Kindern vieles bieten, dass "normale" Familien nicht können.
Eine Reihe kanadischer Studien zum Thema "Kinder lesbischer Eltern" schloss darin, dass die Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern in der Regel nicht nur genausogut zurechtkamen, wie ihre Mitschüler, sondern überragende Ergebnisse erzielten. Im Durchschnitt zeigten sich die Kinder mit zwei Müttern selbstbewusster und weniger aggressiv als die Kinder mit Mutter und Vater. Sie waren aufgeschlossen, liebevoll und weniger anfällig für Depression und Angst.
Es gibt momentan nur wenige Studien, die Kinder lesbischer Mütter untersuchen. Noch weniger gibt es für Kinder homosexueller Väter, denn nur eine geringe Prozentzahl homosexueller Männer adoptieren Kinder. Doch alle bisherigen Untersuchungen in Ländern, in denen Heirat homosexueller Partner sowie Adoption von Kindern erlaubt sind, zeigen, dass diese Kinder ebenso erfolgreich im Leben sind wie alle anderen, also keinerlei Nachteile in der Gesellschaft haben.
Die steife, konservative Gesellschaft beschuldigt homosexuelle Familien, dass ihre Kinder in einem instabilen Haushalt großgezogen werden und mit den Geschlechtern durcheinanderkommen, da sie kein klares Mutter- bzw. Vaterbild haben. Doch die Erfahrung widerlegt diese Vorurteile. Was haben lesbische Eltern, was heterosexuelle Eltern nicht haben? Hier sind fünf Beispiele, warum lesbische Eltern glückliche und gesunde Kinder aufziehen.
1. Es ist kein Geheimnis, dass eine Familie mit zwei Elternteilen es leichter hat, denn es gibt zwei Einkommen und die Elternteile können sich gegenseitig unterstützen und ausgleichen. Trotzdem ist es besser, ein Kind allein aufzuziehen, wenn die Beziehung mit dem Partner gescheitert ist und der Haushalt angespannt und gestresst ist.
Zwei weibliche Elternteile haben hier einen deutlichen Vorteil, was die Harmonie im Haus betrifft. Trotz aller Emanzipation ist die Hausarbeit zwischen Mann und Frau keineswegs gerecht aufgeteilt. Die meiste Arbeit mit der Kindererziehung bleibt an den Müttern hängen. Zwei gleichgeschlechtliche Eltern tendieren dazu, die Arbeit im Haushalt und mit den Kindern gerecht untereinander aufzuteilen. Dies resultiert in stressfreierer und harmonischerer Umgebung. Klappt es in der Beziehung nicht mehr so gut, stellen lesbische Eltern ihre Kinder an die erste Stelle und teilen das Sorgerecht gleich untereinander auf, wie es für die Kinder am besten ist.
2. Kinder in lesbischen Haushalten werden so gut wie nie geschlagen. Homosexuelle Frauen neigen zu weniger Gewalt als Männer oder heterosexuelle Frauen. In zweigeschlechtlichen Familien sind es meist die Väter, die körperliche Bestrafungen vornehmen.
Kinder, die von ihren Eltern nicht körperlich bestraft oder gar misshandelt werden, sind weniger aggressiv und haben ein harmonischeres Sozialverhalten im Umgang mit anderen Kindern.
3. Durch die Andersartigkeit der Familienstruktur im Vergleich zu anderen Kindern, treten die Fragen, woher die Kinder kommen schon früher auf. Da die Aufklärung bei lesbischen Familien meist komplizierter ausfällt, denn es gibt zum Beispiel eine biologische Mutter, eine Partner-Mutter und einen Samenspender, muss der Ablauf der biologischen Vorgänge schon früh und in verständlichen Worten erklärt werden. So sind die Kinder meist aufgeschlossener, denn sie verstehen die Zusammenhänge besser.
Die Offenheit sorgt auch dafür, dass die Kinder selbstbewusster auf die Fragen der Mitschüler reagieren und ihre Andersartigkeit akzeptieren.
4. Selbstverständlich kommt es unter Kindern zu Gemeinheiten. Die Andersartigkeit der Kinder mit zwei lesbischen Müttern ist ein willkommener Angriffspunkt für die Mitschüler. Damit die Kinder lernen, gegen die Gemeinheiten selbstbewusst aufzutreten, ist es besser, wenn die Erzieher über die Familiensituation aufgeklärt sind. Nicht die Kinder müssen die Zukunft der Gesellschaft ändern, sondern es liegt in der Verantwortung der professionellen Erzieher, die Kinder Toleranz und Respekt zu lehren. Mithilfe der Erzieher lernen die Kinder lesbischer Eltern, mit Selbstbewusstsein gegen die Neckereien der Mitschüler aufzutreten und sie werden selbst zu toleranten und respektvollen Menschen.
5. Gegen Kritiken konservativer Menschen hilft es, wenn homosexuelle Familien die Unterstützung von Freunden und Familien haben. Dies hat außerdem den Vorteil, dass die Kinder eine noch größere Familie haben. Eine der häufigsten Kritiken ist, dass den Kindern die Vaterfigur fehlt, doch durch die Unterstützung der weitlaufenden Familie und Freunde gibt es mehr Vaterfiguren, als andere Kinder bekommen.
Foto: Emily Walker und ihre Familie in Wellington, Neuseeland