Selbstbewusste Frau in Kampfstellung

Bluffen ist eine Art der Manipulation. Erfolgreiche Bluffer sind Meister der psychologischen Manipulation, zumindest für einen Augenblick. Sie strahlen kühles Selbstbewusstsein aus, doch unter der dünnen Maske sind sie verwundbar. Warum tun viele Menschen so, als seien sie stärker, schlauer oder besser als sie eigentlich sind?

In vielen Situationen ist der Bluff ein Schuss ins Blaue, denn ebenso leicht kann die Täuschung durchschaut werden. Das Ergebnis ist wie bei Glücksspielen variabel, aber oft ist der Bluff der einzige Ausweg aus einer scheinbar ausweglosen Situation.

Die Evolution des Bluffs

Erfolgreiche Täuschung kann jemanden aus einer unangenehmen Situation retten oder andere davor schützen, dass ihre Gefühle verletzt werden. Es kann vor Ärger schützen und sogar Leben retten.
In der Tat hat die evolutionäre Biologie der Kognition Bluffen zu einem wertvollen Werkzeug zum Überleben vieler Spezies gemacht. So sieht man Ratten ihre Verzweiflung zur Täuschung umdrehen, wenn sie mit stählerner Entschlossenheit die Katze angreifen, die ihnen hinterher gejagt ist. Eine gute Täuschung kann das Blatt wenden und den vermeintlichen Verlierer zum Sieger werden lassen.

Bluffen muss gelernt sein

Kunstvolles Vortäuschen ist nicht angeboren, sondern muss erlernt und geübt werden. Doch schon im Alter von sechs Monaten beginnen Kinder das Bluffen zu lernen. Eine der ersten Täuschungen sind Krokodilstränen, denn sie lernen recht schnell, dass sie die Aufmerksamkeit der Eltern bekommen, wenn sie weinen. Meist bekommen sie dadurch auch ihren Willen. Ein positives Ergebnis verstärkt das Signal im Gehirn und vertieft die Erfahrung.

Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit

Wer kennt sie nicht, die scheinbar alles wissenden Mitschüler oder Arbeitskollegen, die stets vor Selbstbewusstsein strotzen und immer eine Antwort parat haben. Sie sind oft nichts weiter als Experten im Bluffen. Sie haben gelernt, dass es ihnen einen Vorteil verschafft, wenn sie eine selbstbewusste Ausstrahlung haben, auch wenn nicht immer etwas dahinter steckt. Unsichere Menschen neigen dazu, diese Blender zu bewundern und danach zu streben, wie sie zu sein. Das ist kein Zufall, denn das zur Schau getragene Selbstbewusstsein macht ihnen wirklich Vieles im Leben leichter.

Bluffen in der Tierwelt

Im Kampf zwischen Delfinen und Haien haben Delfine keine realistische Chance. Da sie allerdings intelligente Tiere sind, haben sie einen geschickten Bluff entwickelt, ihre starken Kontrahenten zu besiegen, indem sie einen direkten Kampf vermeiden. Der Delfin stürzt geradewegs und schnell auf den Hai zu, welcher sich auf einen Zweikampf einstellt. Anstelle des Kontaktes jedoch kann der Delfin dank seiner Agilität in letzter Sekunde ausweichen. der Hai, der nicht mit einem solchen Manöver rechnet, verliert seinen Gegner dadurch.

Ein hervorragendes Beispiel des Bluffens zeigt der Regenpfeifer. Wird sein Nest durch ein Raubtier bedroht, täuscht er eine Verletzung vor und humpelt davon, scheinbar flüchtend. Das Raubtier sieht eine leichte Beute in ihm und setzt die Verfolgung an. Dabei vergisst er das Nest. Kurz bevor er seine Beute erreicht hat, hebt der Regenpfeifer plötzlich unverletzt in die Lüfte und fliegt davon.

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