
Mit Geschehnissen unserer Zeit wie der Krieg in Irak frage ich mich häufig, wie weit wir eigentlich tatsächlich gekommen sind, in der Evolution.
Sind wir heute soviel anders als jene Kriegsverbrecher wie Adolf Hitler, die wir so verachten?
Die folgenden Zitate sind aus dem Buch „Die Unbesiegte“ von Utta Danella entnommen. Das Buch spielt kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges inmitten einer zerstörten Welt. Einer zerstörten Welt wie Irak nach der Invasion der Amerikaner.
„Schlachten, ja, das war das richtige Wort, sie schlachteten einander ab, diese hirnverbrannten Menschen, nur dass jener, der seinen Bruder Alexander getötet hatte, es wollte, während jener, der Nicolas tötete, es tat, weil man es ihm befahl. Das war der Unterschied zwischen Mord und dem erlaubten Töten im Krieg, sterben musste dieser wie jener, der eine so sinnlos wie der andere. Und immer grässlicher wurde das Gemetzel, denn seit neuestem glitt der Tod in einer schaurig-schönen Atomwolke dahin und tötete in Sekundenschnelle so viele Menschen auf einmal wie nie zuvor.
Es befand sich in der Tat in einer aussichtslosen Situation, dieses Menschengeschlecht, und es würde für alle vorstellbare Zeit drin verweilen. Kein Fortschritt, keine Aufklärung und schon gar keine Religion hatten jemals daran etwas ändern können.“
„Am 20. November begannen in Nürnberg die Kriegsverbrecherprozesse, in denen die Größen des Dritten Reiches, soweit noch vorhanden, und einige der hohen Militärs vor Gericht gestellt wurden. In langwierigen Protokollen, Anklagereden und Plädoyers wurde das ganze Geschehen der letzten zwölf Jahre ausgebreitet und analysiert, ein Unternehmen, das ein Jahr dauerte und mit der Verurteilung vieler dieser Männer endete; Verurteilung zu jahrelanger oder lebenslänglicher Haft, Verurteilung zum Tode, Teils durch Erhängen, was wiederum sehr fatal an die Praktiken der Nationalsozialisten erinnerte.“
„Ob es wenigstens etwas nützen würde? Ob es nie mehr Krieg, nie mehr Mord, nie mehr Haft für Andersdenkende, nie mehr Folter geben würde? Ob in Zukunft alle Völker bereit sein würden, miteinander zu leben anstatt gegeneinander zu kämpfen? Ob jede Regierung in jedem Land bereit und willens war, die andere Meinung, das andere Denken und Reden zu tolerieren?“
„Feinde? (...) Der einzige Feind, den er bekämpfen wollte mit aller Kraft und jeder Möglichkeit, über die er verfügte, war der Krieg. Mochte es in der Vergangenheit denkbar gewesen sein, Auseinandersetzungen zwischen den Völkern auf dem Schlachtfeld auszutragen, diese Zeit war ein für allemal vorbei. Das anonyme Töten mit Bomben, Granaten und Raketen und seit neuestem mit Atombomben hatte den Krieg ad absurdum geführt. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, wie ein Land aussah, dass auf diese Weise geschlagen wurde, was aus Menschen und Tieren, was aus den Städten wurde, dass wahllos Frauen und Kinder, Alte und Kranke verstümmelt, zerfetzt und vernichtet wurden, dass die Heimstätten der Menschen nur noch Trümmer waren, dass jede Gesittung und jeder Anstand verlorengehen mussten, dass Ehre und Stolz so tief gedemütigt wurden und schließlich am Ende jede Menschenwürde in den Staub getreten war.
Das war kein Kampf mehr, das war pure Vernichtung,...“
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