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Vorsicht bei privaten Darlehen

 

Vorsicht bei privaten Darlehen


Die Versuchung ist oft groß, wenn man dringend Geld braucht, Freunde oder Verwandte zu fragen. Bei kleinen Summen ist es nicht so wichtig, aber bei größeren Geldmengen ist Vorsicht geboten. Es ist nicht alles so wie es scheint, auch Menschen, die du gut zu kennen glaubst, können anders sein, als du gedacht hast. Vertrauen kann man in der Regel nur sich selbst oder einem renommierten Geldinstitut.

Das allgemeine Motto lautet auch bei Krediten: das Geschäftliche besser vom Privaten trennen. Bei Geld hört bei vielen die Freundschaft auf, und es ist oft die Sache nicht wert, einen guten Freund zu verlieren. Aber auch bei Verwandten oder Bekannten muss man sehr vorsichtig sein, vor allem, wenn es sich um eine größere Summe handelt und man sich vertraglich an diese Person über Jahre hinweg bindet.

Ich selbst hatte zwei einschneidende Erlebnisse bezüglich privater Darlehen. Beide habe ich bitter bereut. Mein größter Fehler dabei war, dass ich davon ausging, andere Menschen denken und handeln genauso wie ich. Unsere größte Schwäche untereinander ist, dass wir nicht gut miteinander kommunizieren können, und dadurch entstehen Missverständnisse und Feindseligkeiten. Vor allem, wenn es um Geld geht.

Als ich Anfang zwanzig war, wollte ich eine größere Anschaffung machen. Ich wusste, dass meine Großmutter eine ordentliche Portion Geld gespart hatte, und da dachte ich, ich frage sie einfach, ob sie mir etwas vorstreckt. Es ging um etwa 3000 €. Ich ging zu ihr und unterbreitete ihr meinen Plan. Ich erklärte ihr genau, was ich kaufen wollte und wie ich es innerhalb von 6 Monaten zurückzahlen würde. Ich schlug ihr sogar vor, einen Vertrag aufzusetzen und alles schriftlich festzuhalten, denn ich wollte ihr nicht das Gefühl geben, ich würde sie ausnutzen. Sie schien auch gar nicht abgeneigt, entließ mich mit den Worten, dass ich ja schon den Vertrag fertig machen könne.

Einen Tag später hinterließ sie eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter, mit der sie mir eine rüde Absage erteilte und mich beschimpfte. Eine Erklärung für ihren Sinneswandel gab sie nicht, aber das hätte ich auch gar nicht verlangt, ich hatte ihr am Anfang auch gesagt, sie könne einfach „nein“ sagen, wenn sie kein Geld verleihen wollte. Nach diesem Vorfall sprachen wir fünf Jahre lang nicht mehr miteinander, da sie mir durch meine Eltern zu verstehen gab, dass sie sauer auf mich wäre und keinen Kontakt mehr wünsche.

Inzwischen haben meine Eltern uns wieder miteinander versöhnt, doch die verlorene Zeit können wir nicht mehr nachholen und wert war es das Ganze nicht.

Der zweite Vorfall ist leider immer noch aktuell. Mein Mann und ich kauften uns ein Haus. Die Bank verlangte jedoch 20 % Eigenkapital (mindestens), doch wir hatten nur 10 %. Da erklärte sich der alte Besitzer des Hauses (ein Mann, den wir nur flüchtig kannten), uns ein privates Darlehen für den halben Kaufpreis zu geben, so dass die Bank uns nur noch halb so viel Geld leihen müsste, d.h. wir hätten dann die erforderlichen 20 %. Leider gingen wir darauf ein, denn der Herr machte einen ehrlichen Eindruck, und wir wollten das Haus ja auch haben. Der Vertrag wurde besprochen und aufgesetzt, und dahingehend ist auch alles richtig verlaufen. Der ehemalige Besitzer des Hauses jedoch, unser Gläubiger, hat sich inzwischen um 180 Grad gedreht. Die erste Zahlung an ihn hatte er nicht termingerecht erhalten, durch sein eigenes Verschulden, denn er hatte (nachweislich) eine unkorrekte Kontonummer angegeben. Aus irgendeinem Grund war er aber immer der Ansicht, dass wir die „Bringschuld“ hätten und hätten zusehen sollen, dass er sein Geld rechtzeitig bekommt. Vernünftige Diskussionen waren nicht möglich.

Er entpuppte sich als Choleriker und sehr unzufriedener Mensch, der immer einen Sündenbock sucht. Durch diesen Vorfall sind wir jetzt der Sündenbock für ihn geworden. Wir haben alles getan, um die Zahlung immer termingerecht auf seinem Konto zu haben, um ihn nicht zu verärgern, haben sogar von Anfang an die monatliche Rate um einen halben Monat vorverlegt, damit wir im Falle eines Falles etwas mehr Zeit gewonnen haben. Diese Geste hatte den umgekehrten Effekt. Er wirft uns alles Mögliche vor, was ich entweder selbst gar nicht nachvollziehen kann, oder nichts hier zur Sache tut. Das Schlimmste an dem Ganzen ist, dass der Vertrag über zwanzig Jahre läuft, das heißt wir haben noch viele Jahre vor uns, in denen wir mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Ein Mensch wie er ist keinen Argumenten mehr zugänglich und hat sich seine Meinung über uns gebildet. Wir sind in seinen Augen diejenigen, denen er nicht vertrauen kann.

Ich möchte euch vor allem mit dem zweiten Beispiel davor warnen, einen Kredit bei Privatpersonen aufzunehmen. Es reicht nicht, schriftlich abgesichert zu sein, denn Menschen können sehr widerwärtig sein und unvorhergesehene Dinge tun.

Eine Bank oder ein sonstiges offizielles Kreditinstitut verleiht jeden Tag Geld und hat Systeme für alles. Da ist man nur eine Nummer, es hat wenig mit persönlichem Kontakt zu tun. Es ist auch nicht das eigene Geld der Angestellten, daher sind sie nicht emotional an eurem Fall interessiert. Wenn ihr nicht bezahlen könnt, wird das Haus eben verkauft oder was auch immer. Das sind klare Richtlinien, mit denen man leben kann. Und wird der Kredit von einer Bank abgelehnt, sollte dir das zu denken geben. Vielleicht hat die Bank ja recht und du kannst es dir eigentlich nicht leisten.

 
 
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