|
 Babys sind am Anfang ihres Lebens zwar relativ hilflose Wesen, die auf die Pflege und Fürsorge von Personen aus ihrem Umfeld angewiesen sind, jedoch sind sie nicht ganz und gar mittellos. Ihnen hat die Natur verschiedene Arten gegeben, um sich verständlich zu machen, bevor sie dies mit Sprache und gezieltem Ausdruck tun können.
Dazu gehören eine gewisse Mimik und Körpersprache, die zudem bei allen Babys gleich sind, egal in welchem Kulturkreis sie geboren wurden. Alleine schon ihre großen, runden Augen, verführen die Erwachsenen dazu, ihnen Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken, sie lassen kaum jemanden gleichgültig. Babys befinden sich im Laufe des Tages in verschieden Phasen, wach, sich ausruhend oder schlafend, in denen sie auch verschiedene Reaktionen oder Gemütszustände signalisieren werden.
Bei Zufriedenheit lacht das Baby, gluckst, brabbelt, blickt wach um sich und spielt mit Dingen, die es in den Griff bekommt, egal ob seine eigenen Körperteile, Haare, Nasen, Ohren der Eltern, kurzum weit geöffnete Augen bedeuten, dass es aufmerksam ist und sich für alles interessiert, das um es herum geschieht. Streckt es nun noch die Arme in Richtung der Person, die sich mit ihm beschäftigt, so signalisiert dies, dass es gerne unterhalten werden möchte.
Ballt das Baby dagegen seine Fäustchen zusammen und verengen sich die Augen zu Schlitzen, so fühlt sich das Baby eher unbehaglich und irgendetwas stört es gewaltig. Auch Falten über der Nase und eine gerunzelte Stirn können dies andeuten, ähnlich wie beim Erwachsenen. Erstaunen kann ebenfalls durch große Augen ausgedrückt werden, genauso wie durch das Hochziehen der Augenbrauen.
Hat das Baby genug und wird langsam der Aufmerksamkeit überdrüssig, so wird es den Kopf zur Seite drehen, egal, sobald man etwas in sein Blickfeld rückt. Es wendet den Blick einfach ab, oder schlägt die Augenlider nieder. Verpasst man dieses Signal, kann es vorkommen, dass das Baby irgendwann anfängt zu weinen.
Starrt das Baby vor sich hin, so befindet es sich entweder in der aktiven Wachphase, wo es einfach einmal eine kleine Ruhepause braucht, ohne gleich einzuschlafen. Bemerkt man dabei einen Blick, der lange ins Leere zu gehen scheint, so kann es aber auch bedeuten, dass das Baby kurz vor dem Einschlafen ist. In jedem Fall sollte man es jetzt möglichst nicht stören. Steckt ein Säugling Finger oder die ganze Faust in den Mund, oder leckt sich wiederholt über die Lippen, so ist dies ein sicheres Zeichen, dass es Hunger hat. Man sollte möglichst schnell reagieren, denn sonst kann es schnell zu spät sein und das Signal durch ein noch effektiveres, nämlich das Weinen abgewechselt werden.
Mimik wird aber nicht nur angewendet, um in jedem Moment etwas mitteilen zu wollen, sondern kann auch einfach zur Üben benutzt werden, denn nur Übung macht den Meister. Dies ist meist der Fall, wenn sich verschiedene Gesichtsausdrücke abwechseln und das Baby eventuell versucht, die Mimik seines Gegenübers nachzuahmen.
Daher kann man ihm auch ruhig etwas vormachen und abwarten, ob es versucht dies selbst anzuwenden, oder z.B. die Zunge herausstrecken, um auch die kleine Zunge aus ihrem Mund zu locken. Gerade zu Anfang kann die Mimik noch so limitiert sein, dass mehrere Gesten verschiedene Bedeutungen haben, besonders bei verwandten Gemütszuständen, wie Müdigkeit, Überforderung und Langeweile, Erstaunen und Angst.
Viele Eltern machen sich vor Geburt ihres Kindes vor allem darüber Sorgen, ob sie in der Lage sein werden, ihre Sprösslinge ohne Sprache zu verstehen, weil sie ihnen in jedem Moment gerecht werden wollen. Obwohl auch hier gilt, dass man sich um so besser versteht, je mehr Zeit man miteinander verbringt, kann man beruhigend feststellen, dass alle Eltern diese Aufgabe meistern werden. Wie wir gerade gesehen haben, teilt sich das Baby in vielen Situationen schon von sich aus mit, sollte also doch einmal ein Signal missachtet worden sein, entwickelt man schnell eine Antenne dafür, woran es gelegen haben könnte. Dies werden Ihnen alle Eltern bestätigen können.
|