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Was ist Amaranth und wie bereitet man ihn zu?

AmaranthBei dem Namen Amaranth klingelt es bei den meisten Europäern herzlich wenig, denn er ist noch nicht sehr weit in unsere Küchen vorgedrungen.

Es handelt sich bei Amaranth um ein getreideartiges Korn, das allerdings nicht zu der Familie der Getreidearten gehört, sondern der Einfachheit halber dort untergebracht wurde.


Amaranth stammt aus Südamerika, wo es von den Azteken als heilige Pflanze angesehen wurde. Sie bauten die Pflanze an und benutzten sie zunächst vor allem zu religiösen Zwecken, denn aus den gemahlenen Körnern machten sie mit weiteren Zutaten eine Paste, um aus ihr Figuren zu formen, die mit Ritualen und Menschenopfern zusammen hingen.  Da dies die spanischen Eroberer und ihren katholischen Glauben entsetzte, versuchten sie, den Anbau und die Nutzung in jeglicher Form zu verbieten.  Die Pflanze konnte nur durch heimlichen Anbau von der Ausrottung geschützt werden.

Im heutigen Mexiko, Ecuador, Peru und Bolivien, aber auch in Indien und Nepal wird Amaranth auch heute noch verwendet, ist sogar Bestandteil einiger landestypischer Gerichte und auch Getränke, z.B. wird das peruanische Bier namens „chicha“ aus Amaranth hergestellt.

Die Blätter der Amaranth Pflanze können als Gemüse gegessen werden, aus den Samen kann man wie erwähnt Getränke machen, aber auch Süßwaren werden daraus hergestellt.

Selbst seine Blüten haben eine positive Wirkung und werden als Heilpflanzen gegen Schmerzen eingesetzt, oder auch in der Kosmetik, denn sie haben eine schöne rote Farbe, die für Rouge und Lippenstift sehr geeignet ist.

Auch wenn Amaranth nicht offiziell zu den Getreidearten zählt, ist seine Zubereitung genauso vielfältig und einfach, wie die der meisten Getreidekörner.  Bisher meist nur in Bioläden erhältlich, bekommt man Amaranth als ganzes Korn, oder schon zu Mehl gemahlen.  Es ist daher vielfältig einsetzbar und kann in Verbindung mit anderen Mehl-oder Körnersorten, aber auch alleine zubereitet werden.  Amaranth kann geröstet werden, wie Popcorn gepufft, gekeimt, oder einfach in Wasser gekocht werden. Es wird in Müsli, für Gemüsegerichte und in Gebäck verwendet.

Es ist stark schleimbildend, da es sehr viel Stärke enthält (bis zu 60%) und braucht ca. 18-20 Minuten, bis es weich wird, sollte aber nicht länger gekocht werden, denn sonst bildet sich ein zähflüssiger Brei.

Der Geschmack ist mild, etwas süßlich-nussig und lässt sich durch Zutaten, wie Brühe und Gewürze sehr gut variieren.

Unter den Nährstoffen finden sich besonders Ballaststoffe, Vitamin A und C, Eisen, Kalzium, Potassium und Magnesium sowie pflanzliche Proteine und essentielle Aminosäuren, die unser Körper dringend braucht, aber nicht selbst herstellen kann.  Die Nährwerte sind in ihren Anteilen weitaus stärker vertreten als in vielen für sie typischen Lebensmitteln, also z.B. mehr Kalzium als in Milch, oder mehr Eisen als in Weizen.

Da die Pflanze sich sehr leicht kultivieren lässt, kann man sie sogar im eigenen Garten anbauen, sie braucht keinen besonderen Boden, da sie anpassungsfähig ist, und wird kaum von Schädlingen befallen.

Der einzige plausible Grund, warum sie bisher noch nicht von der heimischen Landwirtschaft entdeckt und übernommen wurde, dürfte wohl sein, dass die Amaranth Pflanze traditionell mit der Hand geerntet wird und die maschinelle Ernte noch nicht verbreitet ist.  Dennoch wird Amaranth heute in einigen Staaten der USA angebaut und erfreut sich auch dort wachsender Beliebtheit.

 

 
 
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