Atomenergie in Deutschland

Atomkraftwerk
Deutschland baut langsam die Atomenergie ab, aber umweltbedingter oder politischer Druck könnte die Regierung dazu zwingen, neue Atomkraftwerke zu bauen, um weniger von Kohle abhängig zu sein.

 


Hier ist ein Überblick über Atomreaktoren, die aktuell (2008) in Deutschland in Betrieb sind, sowie Deutschlands Richtlinien in Sachen Atomenergie.

Deutschland war einst führend in der Atomforschung, baut aber seit einigen Jahren seine Atomkraftwerke ab. Der steigende Bedarf an sauberer Energie und Druck, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren könnten die Deutsche Regierung zum Umdenken zwingen.


Atomkraftwerke in Betrieb (2008) :
Die aktuell arbeitenden Reaktoren produzieren beinahe ein Drittel der für Deutschland benötigten Energie.
Im folgenden sind die insgesamt 17 Atomkraftwerke mit ihrer Nettokapazität in Megawatt elektrisch (MWe), dem Jahr der Inbetriebnahme und dem Jahr der geplanten Stilllegung.

Siedewasserreaktoren (SWR)
Siedewasserreaktoren, Erläuterung in Kürze
kein Wärmeaustauscher
das Wasser vom Kernreaktor geht zu den Turbinen
simpleres Design und größeres Kontaminierungsrisiko

Aktuelle Reaktoren in Betrieb:
Brunsbüttel: 771 MWe, 1977 – 2009
Gundremmingen-B: 1,284 MWe, 1984 – 2016
Gundremmingen-C: 1,288 MWe, 1985 – 2016
Isar-1: 878 MWe, 1979 – 2011
Krümmel: 1,260 MWe, 1984 – 2016
Philippsburg-1: 890 MWe, 1980 – 2012

Druckwasserreaktoren (DWR)
Druckwasserreaktoren, Erläuterung in Kürze
verwendet Wärmeaustauscher
das Wasser, dass den Kernreaktor passiert, bleibt im geschlossenen Regelkreislauf
der Dampf in den Turbinen kommt nicht mit den Brennstoffleitungen in Berührung

Aktuelle Reaktoren in Betrieb :

Biblis-A: 1,167 MWe, 1975 - 2008
Biblis-B: 1,240 MWe, 1977 - 2009/2011
Brokdorf: 1, 370 MWe, 1986 – 2019
Emsland: 1,329 MWe, 1988 - 2021
Grafenrheinfeld: 1,275 MWe, 1982 - 2014
Grohnde: 1,360 MWe, 1985 – 2017
Philippsburg-2): 1, 392 MWe, 1985 - 2018
Unterweiser: 1,345 MWe, 1979 – 2012
Neckarwestheim-1: 785 MWe, 1976 - 2009
Neckarwestheim-2: 1,305 MWe, 1989 – 2022
Isar-2: 1,400 MWe, 1988 – 2020

Richtlinien der Atomenergie in Deutschland :

Ursprünglich für die Atomenergie reichte die SPD nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 einen Entschluss ein, innerhalb der nächsten 10 Jahre die Atomenergie abzuschaffen. 1998 beschloss die rot-grüne Koalition (SPD und Die Grünen) diesen Entschluss dahingehend zu ändern, dass die Produktion von Atomenergie in Deutschland allmählich abgeschafft werden sollte.

Im Jahr 2001 einigten sich die Regierung und mehrere Energiekonzerne darauf, die Betriebsdauer der existierenden Atomkraftwerke auf durchschnittlich 32 Jahre zu begrenzen und forderte die Stilllegung der am wenigsten wirtschaftlichen Werke in Stade und Obrigheim in den Jahren 2003 bzw 2005.
Das unmittelbare Resultat dieser Beschlüsse war die Beendigung von Forschung und Entwicklung neuer Reaktoren nach 30 Jahren viel versprechender Arbeit.


Die Versorgungsunternehmen wollen momentan die Betriebsdauer der 17 Atomkraftwerke auf 40 Jahre, in Einzelfällen sogar auf 60 Jahre verlängern. Ähnliche Richtlinien gelten derzeit in den USA.

Kernbrennstoff und Atommüll-Entsorgung :

Deutschland importiert seinen gesamten Uranbedarf aus Kanada, Russland und anderen Ländern. Dreizehn der Siebzehn Kernkraftwerke sind außerdem für die Benutzung von Sauerstoffmischbrennstoff ausgerüstet. Die Anreicherung erfolgt durch das Urenco Werk Gronau, die Kalibrierung wird von Russland gestellt und der Brennstoff hauptsächlich von Siemens in Lingen hergestellt.


Zwischen 1946 und 1990 förderte die damalige DDR in Sachsen und Ost-Thüringen ihr eigenes Uran, wodurch beträchtlicher Umweltschaden entstand. In Westdeutschland wurde zwischen 1960 und 1989 eine kleine Uranmine in Ellweiler unterhalten.


Atommüll wird derzeit teilweise in der Anlage in Ahaus gelagert. Eine weitere Anlage, in der bis zu 300000 Kubikmeter Atommüll gelagert werden können, soll in Konrad gebaut werden, nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen. Im Januar 2008 erhielt die Anlage in Konrad die Genehmigung und soll bis 2013 in Betrieb gesetzt werden.


In Gorleben in Niedersachsen ist für die Zukunft der Bau einer weiteren Anlage zur Lagerung von Atommüll geplant und könnte bis 2025 betriebsbereit sein.

Abhängigkeit von Kohleenergie :

Deutsche Kohleminen werden von der Regierung subventioniert und liefern 55% der Elektrizität in Deutschland. Die Deutsche Bank und die Internationale Energieagentur erließen im Jahr 2007 Warnungen, dass durch den Abbau der Kernkraftwerke Deutschlands Kapazität zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen eingeschränkt würde, mehr Stromausfälle verursacht und die Abhängigkeit des Imports von Gas aus Russland steigen würden.

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