Wieviele Wörter muss man wissen, um eine Fremdsprache zu sprechen

Mann mit Landesfahnen 

Beim Lernen einer neuen Sprache beginnt man zunächst mit einfachem Grundwissen. Dazu gehören die gebräuchlichsten Verben, ein paar typische Substantive und wenigstens die Personalpronomen. Damit kann man zwar schon simple Sätze formulieren, ein Gespräch ist mit so wenigen Vokabeln allerdings nicht möglich. Wie groß muss der Wortschatz sein, damit man sagen kann, man “spricht” die Sprache?

Eine magische Zahl gibt hierbei nicht. Ob man ein einigermaßen flüssiges Gespräch führen kann, liegt zum einen an den gelernten Vokabeln, zum anderen an der individuellen Fähigkeit, die Wörter im sinngemäßen Zusammenhang zu gebrauchen bzw. zu verstehen. In einem Alltagsgespräch nützt es dir wahrscheinlich wenig, wenn du ein Tausend Wörter aus dem Pflanzenbereich lernst.
Wichtig ist, eine Vielzahl an Vokabeln zu lernen, die im Alltag am häufigsten angewandt werden. Während die Vokabeln im Sprachführer vielleicht ausreichen, um dich durch den Urlaub zu bringen, brauchst du für ein tiefer greifendes Gespräch ein Minimum an 10.000 Wörtern. Im Allgemeinen kannst du sagen, dass du eine Sprache “sprichst”, wenn du 25.000 bis 30.000 Wörter kennst, je nach Sprache.

Lerne eine Sprache durch interessantes Material

Man braucht sich keine große Mühe zu geben, speziell nach häufig gebrauchten Wörtern zu suchen. Da sie “häufig gebraucht” werden, treten sie in normalen Lerntexten oft genug auf. Deshalb solltest du auch nach Lernmaterial suchen, dass dir Spaß macht. Wenn dich der Inhalt interessiert und anspricht, lernt es sich viel leichter als durch einen trockenen Sachtext.
Je mehr du dich mit interessantem Lese- und Hörmaterial in der Sprache beschäftigst, umso leichter wirst du die verwendeten Vokabeln aufnehmen. Und je mehr Vokabular du dir aneignest, umso leichter fällt es dir, darauf aufzubauen.

Lernen durch Üben

Wenn du dir ein einfaches Grundwissen angeeignet hast, brauchst du dich nicht mit endlosen Vokabellisten hinzusetzen und zu studieren. Lies dir das Material durch und versuche, den Inhalt aus dem Zusammenhang zu verstehen. Wörter, die du nicht verstehst, kannst du nachgucken. Aber am besten lernst du, indem du dir zum Beispiel eine leichte Geschichte durchliest, und so viel wie möglich durch den Kontext lernst.
Allmählich wirst du die immer wieder auftauchenden Wörter in ihren verschiedenen grammatikalischen Formen verinnerlichen und kannst dich an schwierigeres Material heranwagen.
Wenn du die Möglichkeit hast, sprich mit einem Muttersprachler, sobald du ein Grundverständnis hast. Bitte die Person, langsam und deutlich zu sprechen und gegebenenfalls Wörter zu wiederholen oder zu umschreiben. Striktes Studieren ist bei einer Sprache nicht die beste Möglichkeit, sie zu lernen, sondern die praktische Anwendung.

Sprechen aktiviert das aus interessanten Inhalten erlernte Vokabular

Beim Lernen einer Sprache gibt keinen leichte Alternative, es ist immer mit Arbeit verbunden. Aber solange das Lernen Spaß macht, weil du dir interessantes Material aussuchst, wirst du Fortschritte machen. Sobald du ein Minimum an Vokabular gelernt hast, hast du die Gelegenheit, mit anderen Personen in dieser neuen Sprach zu sprechen, und je mehr du sprichst und übst, umso mehr wird das passiv gelernte Vokabular im Gedächtnis aktiviert.
Mit einem Grundvokabular von nur wenigen Hundert Wörtern ist es leider noch nicht möglich, eine interessante Unterhaltung mit jemandem in dieser Sprache zu führen, denn du verstehst nicht, was diese Person sagt, und für diese Person ist es schwer, ihr Sprachniveau deinem anzupassen. Allerdings werden passiv gelernte Vokabeln in deinem Gedächtnis gespeichert, auch wenn du sie noch nie angewandt hast, und im passenden Moment im Gespräch treten sie hilfreich zum Vorschein.

Zunächst einmal musst du dir also einen ausreichenden Wortschatz anlernen, und das geht leider nur durch ausdauernden, passiven Input. Doch deine Mühe wird belohnt werden, denn all diese passiv erlernten Wörter sind im Kopf gespeichert und werden durch Unterhaltungen aktiviert. Lass dich nicht entmutigen, wenn Wörter und Ausdrücke, die du schon vorher im Gespräch benutzt hast, dir beim nächsten Mal plötzlich nicht mehr einfallen. Das ist völlig normal und passiert sogar mit häufig benutzten Wörtern. Behalte deine Motivation und glaube an dich.

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